Referenzobjekte

 

aus dem Prenzberger Merkur vom 04. Oktober 2007

Schneller, billiger und ohne Bagger

In Steigenberg wird bei einer Kanalsanierung ein für Penzberg neues Verfahren angewandt

VON NADJA HOFFMANN________

Penzberg - Giftgrüne Kunststoffrohre von je einem halben Meter Länge liegen überall im Garten der Familie Dobler in Steigenberg. Die handlichen Hülsen sind Elemente des neuen Kanals, der in einem Abschnitt der Glückaufstraße verlegt wird. Und das mit einem Verfahren, das bislang noch nie in Penzberg angewandt wurde: dem „Berstlining" - das schnell geht, Graben unnötig macht und Kosten spart. Bei dem Verfahren wird der neue Kanal mittels hydraulischer Kraft durch die bestehende Leitung gezogen.


Premiere für neues Verfahren: Das Einsetzen der
Kanal-Elemente sehen sich beauftragte Firmen-Chefs,
Stadt-werke- Vertreter und B
ürgermeister genau an.      foto: nah

Die alten Rohre zerbersten. Vorgestellt wurde es am Dienstag in Steigenberg. „Der Kanal ist hier in einem sehr schlechten Zustand", sagte Stadtwerke- Leiter Dieter Schubert bei der Besichtigung der Arbeiten. Eine Kameraprüfung des Abwassernetzes - es stammt in diesem Teil Steigenbergs aus den 1960er Jahren - habe gezeigt, dass der Kanal mehrfach eingerissen und auch eingebrochen ist. Deshalb sei das Berstlining-Verfahren für den rund 35 Meter langen Abschnitt ideal, so Falk Rohtert von der Spezialfirma „Kurt" aus Chemnitz. Laut dem Bauleiter dauert es nur einen Tag, den Kanal zu verlegen. Zuzüglich aller Vorbereitungen werde der Auftrag in zehn Tagen abgewickelt. Dies ist nach Worten von Constantin Vogg vom gleichnamigen Ingenieurbüro der große Vorteil des Verfahrens. Und: „Es ist eine grabenlose Kanalsanierung." Der private Garten muss nicht aufgepflügt werden, was den Preis deutlich senkt. „Wir werden 50 000 Euro nicht überschreiten."

Die Arbeit an der Glückaufstraße ist nicht die einzige Kanalsanierung in Steigenberg. Mindestens zehn Baustellen gab es laut Stadtwerke- Leiter Schubert in den vergangenen zwei Jahren – unter anderem an der Wankstraße und am Bachlgraben. Nach der Prüfung des gesamten Kanalnetzes werde in dem Ortsteil nach einer Prioritätenliste saniert. „Meistens in Kombination mit Straßenbauarbeiten", erklärte Schubert.

Auch am Säubach an der Fischhaberbrücke wird noch bis Ende Oktober auf 300 Metern ein völlig neuer Kanal verlegt. Vorbereitungsarbeiten für das Regenüberlaufbecken, das zwischen Friedhof und dem Autohaus an der Seeshaupter Straße entstehen wird, laufen. Es soll laut dem Stadtwerke- Chef das dortige Kanalsystem entlasten - aber erst ab dem kommenden Jahr.

 

 

 

 

 
 

 

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